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Gutachten oder Kostenvoranschlag: Was ist nach einem Unfall sinnvoll?

  • Autorenbild: Andreas Gasze
    Andreas Gasze
  • 28. Aug. 2025
  • 1 Min. Lesezeit
Sachverständiger zeigt mit Kugelschreiber auf Schaden am Autoreifen, daneben Klemmbrett mit Unterlagen

Nach einem Verkehrsunfall stellt sich schnell die Frage: Gutachten oder Kostenvoranschlag? In vielen Fällen ist ein unabhängiges Gutachten die bessere Wahl, da ein einfacher Kostenvoranschlag oft nicht alle Schäden berücksichtigt und keine rechtliche Beweissicherung bietet. Hier erfahren Sie, wann ein Kostenvoranschlag ausreicht und wann ein Gutachten unverzichtbar ist.


Wann ein Kostenvoranschlag ausreicht


Bagatellschaden


Liegt der Schaden an Ihrem Fahrzeug unterhalb der sogenannten Bagatellschadengrenze von etwa 750 bis 1.000 Euro, genügt in der Regel ein Kostenvoranschlag der Werkstatt.


Geringe Ansprüche


Bei Bagatellschäden fallen meist keine weiteren Ansprüche wie Nutzungsausfall, Wertminderung oder Schmerzensgeld an. Ein Kostenvoranschlag ist hier ausreichend.


Wann ein Gutachten die bessere Wahl ist


Umfassende Schadensanalyse


Ein Gutachten bietet deutlich mehr Informationen: Es enthält eine detaillierte Beschreibung aller Schäden, die zu erwartenden Reparaturkosten sowie eine Fotodokumentation.


Beweissicherung


Ein Gutachten dient als rechtlich relevantes Beweismittel im Streitfall mit der gegnerischen Versicherung.


Berücksichtigung weiterer Ansprüche


Der Gutachter erfasst auch Folgeschäden und Ansprüche wie Nutzungsausfall oder Wertminderung – Aspekte, die in einem Kostenvoranschlag fehlen.


Kostenübernahme


Nach einem unverschuldeten Unfall mit einem Schaden oberhalb der Bagatellgrenze haben Sie Anspruch auf ein kostenloses Gutachten. Die Kosten trägt die gegnerische Versicherung.


Vorsicht bei Kostenvoranschlägen


  • Versteckte Kosten: Ein Kostenvoranschlag ist oft unverbindlich. Stellt die Werkstatt weitere Schäden fest, können die tatsächlichen Reparaturkosten höher ausfallen.

  • Fehlende Grundlage: Versicherungen schlagen oft einen Kostenvoranschlag vor, um Kosten zu sparen. Für eine vollständige Regulierung ist dieser jedoch meist nicht ausreichend.


Fazit


Ob Gutachten oder Kostenvoranschlag – die richtige Wahl hängt von der Schadenshöhe ab. Bei Bagatellschäden reicht ein Kostenvoranschlag. In allen anderen Fällen bietet ein unabhängiges Gutachten die beste Grundlage für eine faire Schadensregulierung und sichert Ihre Ansprüche zuverlässig ab.

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