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Spezialisten für Wohnwagen und Caravan

  • Autorenbild: Thorsten Schupke
    Thorsten Schupke
  • 11. Dez. 2025
  • 2 Min. Lesezeit
Wohnmobil mit deutlich sichtbarem Frontschaden; Text weist auf die Bedeutung eines spezialisierten Gutachters hin.

Sollten Schadengutachten für Caravan und Wohnmobile von spezialisierten Sachverständigen erstellt werden?


Ja – in der Praxis sollten Schadengutachten für Caravan/Wohnwagen und Wohnmobile idealerweise von spezialisierten Sachverständigen erstellt werden. Gesetzlich ist das nicht in jedem Fall zwingend, aber es ist oft der sicherste Weg, um keine Ansprüche zu verlieren oder Reparaturfehler zu riskieren.


Warum Spezialisierung bei Caravan & Wohnmobil so wichtig ist


Wohnmobile und Caravans sind konstruktiv deutlich komplexer als normale Pkw:


  • Trennung von Fahrgestell und Aufbau (oft von unterschiedlichen Herstellern).

  • Sondermaterialien und Sandwich-Bauweisen, Verklebungen, GFK/Alu, spezielle Rahmen.

  • Feuchte-/Dichtigkeitsschäden, die man ohne Caravan-Erfahrung leicht übersieht.

  • Technik im Aufbau (Elektrik 12/230 V, Gas, Wasser, Heizung, Möbel), die ebenfalls schadenrelevant sein kann.


Der CGF eV. weist ausdrücklich darauf hin, dass wegen Bauformen und Modellvielfalt spezifische Fachkenntnis erforderlich ist. Auch andere Fachverbände und Gutachter-Netzwerke im Caravaning betonen, dass allgemeine Kfz-Gutachter häufig nicht genug Erfahrung mit diesen Fahrzeugen haben. 


Was bringt dir ein spezialisierter Gutachter konkret?


Ein spezialisierter Sachverständiger kann typischerweise besser:


  • verdeckte Schäden (z. B. am Aufbau, in der Dichtigkeit, an Möbel- und Installationsbereichen) erkennen,

  • Merkantile Wertminderung bei Freizeitfahrzeugen realistisch ansetzen,

  • Wiederbeschaffungs- und Restwert korrekt ermitteln, falls Totalschaden,

  • reparaturgerechte Kalkulationen erstellen (Aufbau-Reparaturen sind oft teurer/aufwendiger als reine Karosseriearbeiten).

  • Vermittlung eines passenden Reparaturbetriebes, der die notwendigen Reparaturen auch tatsächlich durchführen kann und will.


Das erhöht die Chance, dass die Versicherung vollständig und zügig reguliert – und du nicht auf Kosten sitzen bleibst.


Muss es immer ein Gutachten sein?


Nicht immer. Grob:


  • Kleinschäden (Faustregel oft unter ca. 750–1.000 €) → häufig reicht ein Kostenvoranschlag.

  • Alles darüber / unklarer Schaden / Neufahrzeug / Leasing / Verdacht auf Feuchte oder Aufbauschaden → unbedingt Gutachten.


Bei Haftpflichtschäden (du bist Geschädigter) darfst du den Gutachter selbst wählen; Kosten trägt in der Regel die gegnerische Versicherung. Bei Kasko hängt es vom Vertrag ab, aber auch hier werden Gutachterkosten oft übernommen, besonders bei größeren Schäden. 


Worauf du bei der Auswahl achten solltest


Checkliste:


  • nachweisliche Spezialisierung auf Caravaning / Reisemobile (Referenzen, Mitgliedschaft in Fachverbänden). 

  • Unabhängigkeit von Werkstatt/Versicherung.

  • Erfahrung mit Feuchte-/Dichtigkeitsdiagnostik und Aufbau-Reparaturmethoden. 

  • Vor-Ort-Besichtigung am Standplatz ist bei großen Fahrzeugen üblich/sinnvoll.


Fazit:


Rein formal kann auch ein allgemeiner Kfz-Sachverständiger ein Gutachten schreiben. Aber wegen der speziellen Bauweise und typischen Schadensbilder ist ein Caravan-/Wohnmobil-Spezialist in den meisten Fällen klar zu empfehlen – besonders bei größeren, strittigen oder feuchte-/aufbaubezogenen Schäden.


Der „Zentraler Schadenruf KFZ“ hält eine Liste qualifizierter Caravan-  und Wohnmobilgutachter in ganz Deutschland vor.

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